SV Ochsenhausen baut auf Przibille

(SZ) Der SV Ochsenhausen setzt im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga ab sofort auf Thomas Przibille als Trainer. Zuvor hatte sich der Tabellen-15. von Simon Boscher und Mathias Wesolowski als Trainerduo getrennt. Als Spieler bleibt aber zumindest Wesolowski dem SVO weiter erhalten.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht. Die sportliche Situation hat den Ausschlag gegeben. Wir waren uns einig, dass ein neuer Reizpunkt gesetzt werden muss, um die Wende einzuleiten", erläuterte SVO-Abteilungsleiter Albrecht Biechele die Beweggründe, die von Vereinsseite aus dazu geführt haben, sich von Simon Boscher und Mathias Wesolowski als Trainer zu trennen. Die Ochsenhauser hatten einen sehr guten Saisonstart hingelegt und standen nach dem sechsten Spieltag noch auf Platz zwei – von dann ging es in der Tabelle abwärts. Zuletzt verlor der SVO sechs Punktspiele in Folge. "Beide haben grundsätzlich eine gute Arbeit gemacht. Allerdings haben wir haben wir zuletzt einfach zu wenig Punkte geholt, was aber nicht nur an den beiden Trainern gelegen hat", sagte Biechele. "Die Mannschaft hat ihren Teil zu der Niederlagenserie beigetragen. Es haben nicht alle ihre volle Leistung gebracht."

Am Montagabend vor dem Training war Simon Boscher und Mathias Wesolowski die Entlassung als Trainer mitgeteilt worden. Beteiligt an dem Gespräche waren neben Albrecht Biechele auch Frank Wohnhaas (stellvertretender Abteilungsleiter und Spielleiter) und Oliver Kupfahl. "Ich war schon enttäuscht, aber die Entscheidung ist aus Vereinssicht nachvollziehbar. Ich hatte schon den Eindruck, dass wir die Mannschaft noch erreichen und den Turnaround schaffen können", sagte Boscher. "Die Stimmung war trotz der Umstände gut, wir hatten nicht den Eindruck, dass die Mannschaft gegen uns arbeitet. Es gab auch keine Grüppchenbildung." Gleichlautend antwortete auch Wesolowski auf SZ-Nachfrage. Beide Seiten seien nicht im Streit auseinandergegangen. Boscher und Wesolowski verabschiedeten sich nach dem Gespräch auch noch von der Mannschaft.
Przibille zunächst Trainer bis zum Saisonende

Am Montagabend ist laut Albrecht Biechele dann auch Thomas Przibille kontaktiert worden. Nach einem weiteren Gespräch am Dienstag sei die Zusammenarbeit mit dem 42-Jährigen dann fix gewesen. "Er bringt die Eigenschaften mit, um gemeinsam mit der Mannschaft die Wende zum Guten zu schaffen. Er hat selbst höherklassig gespielt und auch schon Trainererfahrung gesammelt", erläuterte der SVO-Abteilungsleiter Gründe, die für die Verpflichtung von Przibille als neuem Trainer gesprochen haben, und fügte ergänzend hinzu: "Er kennt das Umfeld als ehemaliger SVO-Spieler. Er hat viele Spiele in dieser Saison selbst vor Ort gesehen, auch weil er der Vater von Simon Gropper ist."

Przibille werde die Mannschaft zunächst bis zum Saisonende betreuen. "Wir sind darüber hinaus offen dafür, mit ihm über die Saison hinaus weiterzuarbeiten, wenn es für beide Seiten passt." Derzeit weilt der 42-Jährige noch im Urlaub. Am Samstag soll es dann ein Treffen zwischen ihm und der Mannschaft geben, vordergründig um sich weiter besser kennenzulernen. "Manuel Mohr, Andreas Kaiser und Thilo Denzel haben ja auch schon mit ihm beim SVO zusammengespielt", sagte der SVO-Abteilungsleiter. Im Ligaspiel beim direkten Konkurrenten Balingen II am Sonntag (Anstoß: 14 Uhr) werde Przibille erstmals an der Linie stehen.
Wesolowski spielt weiter für den SVO

Am Dienstag gab es auch noch ein Telefonat zwischen Biechele und Wesolowski. Dieser sagte dann am Mittwoch zu, weiter für den SV Ochsenhausen in dieser Saison aufzulaufen. "Mit Thomas Przibille habe ich am Dienstagabend auch telefoniert und er sagte, dass er es gut fände wenn ich weiter für den SVO spielen würde", so Wesolowski. "Das war ein weiterer Grund als Spieler zu bleiben. Das er jetzt der Trainer ist und ich nicht, ist gar kein Problem für mich." Im Endeffekt gehe es nur darum, dass der Verein den Klassenerhalt schaffe. Dass Mathias Wesolowski trotz allem weiter für den SV Ochsenhausen spielen wird, ist laut Biechele sehr gut. "Er ist einfach ein wichtiger Spieler, schön das er an Bord bleibt", so der 49-Jährige. "Auch mit Simon Boscher werde ich noch mal sprechen, ob er uns als Spieler erhalten bleibt." Ob er nochmals in dieser Saison das SVO-Trikot überstreifen wird, ließ Simon Boscher auf SZ-Nachfrage offen. "Ich werde das Gespräch erst mal abwarten und dann eine Entscheidung treffen", sagte der 34-Jährige. "Wie auch immer diese ausfallen wird, ich wünsche dem Verein, dass er die Klasse hält. Das Potenzial dazu hat die Mannschaft absolut."

Quelle: Schwäbische Zeitung/fupa